Webstandards

CSS-only Werbemittel – Sinnvoll oder nicht?

Werbemittel?

Werbemittel sollen Webseitenbesucher in der Regel über optische Reize ansprechen. Der Benutzer soll auf das Werbeangebot klicken und so auf die Zielseite geführt werden.
Häufig sind Flashbanner im Einsatz, besonders wenn es sich um Animationen handelt, oder Grafiken, die bestimmte Produkte bewerben. HTML-Banner hingegen werden dann benutzt, wenn die Inhalte dynamisch, also stetig wechselnd, sein sollen bzw. viele Informationen in Textform vermittelt werden sollen.

Der Einsatz von CSS für solche HTML-Banner ist meist sehr gering, da lediglich Schriftformatierungen mittels CSS festgelegt werden. Das hat nichts mit barrierefreiem Webdesign zu tun. Aber es gibt sie, die tabellenlosen Werbebanner, die dank Cascading Stylesheets ebenso anmuten wir ihre Photoshopvorlagen. Doch ist eine solche Umsetzung sinnvoll?

Die Idee hinter barrierfreiem Design

Bei der barrierfreien bzw. -armen Gestaltung von modernen Webseiten mittels XHTML und CSS geht man jederzeit das Risiko ein, nicht alle optische Ünsche so erfüllen zu können wie es das Design vorsieht. Denn: Je nach Browser oder Hilfsmittel entstehen Unterschiede in der Anzeige der Website. Das kann eine leicht verschobene Darstellung von einzelnen Elementen sein oder gar die komplett ungrafische Anzeige der reinen Informationen (wenn CSS und Bilder im Browser deaktiviert sind).
Sinn der barrierefreien Gestatung ist in erster Linie die Übermittlung von Inhalten für jeden Nutzer und jedes technische Hilfsmittel – nicht die optische Gestaltung.

Was bedeutet das für Werbemittel?

Werbemittel werden meist mit Hinblick auf eine feste Größe gestaltet, so gibt es beispielsweise Vollbanner mit den Maßen 468×60 Pixeln oder Skyscraper mit einer Größe von 120×600 Pixeln. Allein der Wunsch nach einer pixelgenauen Darstellung widerspricht dem Gedanken der barrierefreien Umsetzung. Pixelgenau in den gängigen Browsern geht es nicht. Hinzu kommen Wünsche, die in der Tabellen- wie CSS-Realisation nur mit zusätzlichem Markup zu erreichen sind. So greift der geneigte Werbemittel-Designer wohl immer wieder in die Kiste mit den tradionellen Techniken und macht das Werbemittel damit immer barrierereicher.

Zusätzlich werden die CSS-Anweisungen meist an beliebigen Stellen innerhalb des Dokuments eingebunden und nicht zwingend im Kopf ( ... ). Das widerspricht den Spezifikationen des jeweiligen Doctype, der wiederum Einfluss auf die Interpretation der Anweisungen hat. Es treten hässliche „Fehler“ (im Auge des Betrachters und des Werbenden) auf. Und wenn man nicht jede Eventualität berücksichtigt, wird die Darstellung auch von den Stylesheets der Gastgeber-Website beeinflusst. Nicht selten im negativen Sinne.

Als letztes Kriterium kann man den Zweck von Werbemittel betrachten: Banner sollen einen optischen Reiz auf Webseitenbesucher ausüben und sie zu Aktionen wir Klicken verleiten. Welcher Screenreaderbenutzer lässt sich damit ködern? (Meist stehen Bannereinblendugnen am Ende des HTML-Codes, oder.) Welcher Handysurfer hat auf der Suche nach der schnellen Auskunft die Zeit, auf Werbung zu achten? Das mögen Klischees sein, aber sie zeigen die typischen Benutzer von Webseiten.

Die Nachteile eine CSS-Werbemittels liegen also auf der Hand und sind besonders für den Werbenden ein Dorn im Auge:

  • Vorgaben: feste Größen und pixelgenaue Umsetzung
  • selten semantisches Markup
  • unzuverlässige Ergebnisse

Lohnt sich also die Gestaltung, wenn man dabei nur auf CSS zurückgreifen will?

Meine Antwort darauf ist „Nein“. Wer die pixelgenaue und vorhersehbare Darstellung von Informationen will, ist mit Grafiken, Flash oder Tabellen besser beraten.

Das ist meine persönliche Meinung und sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber ich werde sie auch bei Kunden verteidigen und in solchen Fällen den Aufwand über den Nutzen entscheiden lassen.

Was denkt ihr? Wie gestaltet ihr Werbemittel?

Jetzt seid ihr gefragt.
Und was zeigt der Blick in die Werbenetzwerke der Webwelt? Wie machen andere das?

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Hallo, ich bin Nadja und arbeite als freie Webdesignerin in Berlin. Seit den 2000er-Jahren ist das Internet mein berufliches Zuhause, hier im cne _LOG schreibe ich erst seit Anfang 2006 zu den Themen Webdesign, Webstandards und vor allem auch Wordpress.