Webstandards

Accessibility-Selbsttest

In einem kleinen Selbsttest habe ich JAWS ausprobiert, um mich mit einerseits in einen blinden Webseitenbesucher hineinzufühlen.

Leider bin ich bei JAWS von Freedom Scientific kläglich gescheitert. Ich habe das Programm installiert aber leider außer der URL und dem Webseitentitel keine weiteren Informationen über die Webseite erfahren. Ich weiß einfach nicht, wie ich diese Dinge bedienen soll. Anscheinend sind Screenreader für Sehende viel zu kompliziert. Ich war zudem noch durch die synthetische Stimme irritiert.
Wenn sich also unter den Lesern ein Benutzer von JAWS oder einem anderen Screenreader befindet, freue ich mich auf ein kurzes Feedback.

Eine Suche nach der Simulation von Screenreadern brachte mich zu aDesigner von IBM:

aDesigner ist kein Screenreader wie JAWS oder der Home Page Reader von IBM, sondern eine Software, mit der man Webseiten auf ihre Zugänglichkeit für Blinde oder Sehbehinderte überprüfen kann. aDesigner simuliert diese Sehbehinderungen und macht sie für Sehende sichtbar. Dazu verweist das Programm auf die entsprechenden WCAG-Richtlinien.

Dabei wird zwischen dem „Blind Mode“, also dem Blindenmodus, und dem „Low Vision Mode“, dem Modus der geringen Sehkraft, unterschieden. Im Blind Mode wird das Webdokument ohne Darstellung geladen, also nur der Text, meist HTML. Im Low Vision Mode wird das Dokument in seiner ganzen Schönheit geladen, jedoch werden verschiedene Filter über das Fenster gelegt, die unterschiedliche Farbenblindheit oder Fehlsichtigkeit simulieren.

Im Programmfenster befinden sich verschiedene Bereiche:

  1. die Seite, wie man sie normal sehen sollte
  2. die simulierte Version, je nach Einstellung
  3. die Ergebnisse in Listenform und eine Übersichtsgrafik, in der problematische Bereiche dargestellt werden

Screenshot von aDesigner von IBM, zur Vollansicht klicken

Die Bedienung des Programms ist leicht verständlich. aDesigner bietet viele Einstellungsmöglichkeiten und zusätzlich die Möglichkeit, sich per Rechtsklick im Ergebnisrahmen direkt beim W3C über die einzelnen Prüfpunkte zu informieren.

Das Programm kann man über IBM herunterladen, dazu muss man sich aber einmalig registrieren. Dafür erhält man eine 90-Tage-Testversion des Programms, leider nur auf Englisch. Und obwohl das Programm aus dem Jahre 2004 stammt, bietet es eine gute Grundlage, sich in Nicht-Sehende hineinzufühlen.

Mehr Informationen zu aDesigner bietet der Barrierekompass: Sehbehinderungen und Blindheit simulieren.

Kategorie: Webstandards

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Hallo, ich bin Nadja und arbeite als Webdesignerin in Berlin. Seit den 2000er-Jahren ist das Internet mein berufliches Zuhause, hier im cne _LOG schreibe ich erst seit Anfang 2006 zu den Themen Webdesign, Webstandards und vor allem auch Wordpress.

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