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Wissenschaftliche Quellen

Das Internet wird immer mehr für akademische Zwecke genutzt. Bibliotheken bieten seit langem die Möglichkeit, Kataloge online zu durchsuchen und viele Fachzeitschriften gibt es ebenfalls in digitaler Form – meist jedoch nur für zahlungskräftige Abonnenten wie Universitäten oder andere Institute. Essays und Abschlussarbeiten gibt es ebenfalls auf Institutsseiten, entsprechenden Portalen oder privaten Webseiten von Studenten oder Doktoranden.

Leider findet man nicht selten einen Hinweis, die Vollversion eines Aufsatzes gegen eine Gebühr herunterzuladen. Oder aber man erhält als Privatperson gar nicht erst den Zugang zu den Archiven diverser Fachmagazine. Oder eine digitale Form von Erst- oder Zweitliteratur ist gar nicht erst vorhanden.

Erwähnenswert ist hier vor allem das Projekt ScientificCommons.org, das am „Institut für Medien und Kommunikationsmanagement“ (Universität St. Gallen, Schweiz, http://www.alexandria.unisg.ch/) entwickelt und betriebenwird. Es ist eine Plattform zur Suche nach frei zugänglichen wissenschaftlichen Publikationen und der Darstellung der sozialer Verknüpfungen der Autoren untereinander. Hierbei sind derzeit mehr als 6 Millionen Autoren und 13 Millionen Publikationen aus allen wissenschaftlichen Bereichen zugänglich.

Über den großen Teich geschaut

Dass es auch anders geht, zeigen viele Beispiele aus den USA: Hier werden viele Werke als Onlineversionen angeboten, mal als PDF, mal als gescanntes Bild, mal als reine Text-/HTML-Version. Egal, in welchem Format, immerhin kann man die Quellen meist ohne Anmeldung einsehen, herunterladen und nutzen. Bestes Beispiel hierfür ist Library of Congress, die im Rahmen der American Memory Collection tausende Fotos, Karten, Textdokumente und sogar Audiodateien bietet – besonders für Studenten der Amerikanistik ein lohnendes Pflaster.

Andere große englischsprachige Portale mit umfangreichen Archiven und Diensten sind:

  • The Online Books Page, 25.000 Bücher im HTML- oder Text-Format
  • Internet Public Library – bietet zu verschienden Themenbereichen Dokumente, Linksammlungen und verschiedene Dienste.
  • Artcyclopedia – ein umfangreiches Nachschlagewerk zu Kunst, das bereits mehr als 8200 Künstlern verzeichnet.
  • BioMedCentral – ein Archiv von 170 Biologie-, Chemie- und Medizinzeitschriften.
  • Intute – bietet Zugang zu webbasierten Quellen zu Wissenschaft, Technik, Kunst und Sozialwissenschaften. Die Datenbank enthält bereits über 100.000 Einträge und wird regelmäßig auf Aktualität überprüft.
  • FindArticles.com – ein Archiv mit Beiträgen aus 500 Fachmagazinen (archiviert seit 1998).
  • INFOMINE – – ist eine Suchmaschine für den akademischen Bereich und bietet hilfreiche Tools wie Datenbanken, elektronische Magazine, e-Books, Foren, Mailinglisten, Online-Bibliothekenkataloge und Artikel.
  • Project Gutenberg – enthält über 20.000 digitalisierte Werke aus verschiedenen Sprachen und bietet zudem Links zu anderen kostenfreien Dokumenten. Die deutsche Version findet man beim Spiegel: http://gutenberg.spiegel.de/, sie enthält 90.000 Dateien, darunter 14.000 Gedichte, 1.600 Märchen, 1.200 Fabeln, 3.500 Sagen und 1.800 vollständige Romane, Erzählungen, Novellen.

Und die Deutschen?

Die tun sich noch etwas schwer, immerhin sind mit vielen Diensten hohe Gebühren verbunden, wie bei Fachmagazinen – hier kommt nur der in den Genuss der elektronischen Ausgaben, der auch die Papierversion aboniert hat. Auch Autoren wollen verdienen und bieten ihre Arbeiten für Geld an.
Nennenswert sind hier vom Bund unterstützten Recherchedienste GetInfo für den technischen und naturwissenschaftlichen Bereich, Genios für die Wirtschaftswissenschaften und DIMDI für Medizinwissen. Auf den Portalen kann nach kostenpflichtigen Artikeln aus Fachzeitschriften gesucht werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt zudem den Aufbau einer digitalen Bibliothek für den Bereich der Sozialwissenschaft, Psychologie und Bildung.

Beispielhaft sind allerdings Projekte wie das Projekt Gutenberg oder kleinere Online-Bibliotheken, die bestimmte Themen abdecken. Hier wäre zum einen Mediaculture Online zu nennen, die Artikel aus dem Bereich Medienpädagogik bieten.
Weitere Sammlungen von Literatur sind:

Bibliothek 2.0

Aber auch reguläre Bibliotheken entdecken den Weg ins Netz und bieten seit kurzem/bald 4 große Bibliotheken die Online-Ausleihe an. In Hamburg, Würzburg, Köln (ab Mitte Juni) und München (ab Mitte Juli) kann man mit gültigem Leseausweis (etwa 45 Euro Jahresgebühr) Bücher und Musik ausleihen. Geschützt durch Microsofts DRM-Technik sind die Inhalte allerdings nur auf Windows-Rechnern nutzbar – Linux-, Mac-, iPod- und auch Windows98-Nutzer bleiben außen vor. Zudem findet sich vor allem Unterhaltsames wie Kinder- und Jugendliteratur und klassische Musik in den virtuellen Regalen. Alle verfügbaren digitalen Bibliothemen findet man auf http://www.bibliothek-digital.net/.

Bleibt zu hoffen, dass auch Fachinformationen mehr und mehr der Öffentlichkeit zugänglich werden. Ohne große Gebühren oder Abonnements.
Auch wenn immer mehr Fachleute ihr Wissen auf Blogs teilen, sind diese Äußerungen nicht mit wissenschaftlichen Aufsätzen vergleichbar. Aber sie sind – wie kostenlose e-Books – ein Schritt in die richtige Richtung.

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Hallo, ich bin Nadja und arbeite als freie Webdesignerin in Berlin. Seit den 2000er-Jahren ist das Internet mein berufliches Zuhause, hier im cne _LOG schreibe ich erst seit Anfang 2006 zu den Themen Webdesign, Webstandards und vor allem auch Wordpress.