Jun14

Podcast und Stimme

Seit kurzem gibt es einen Videobeitrag der Kanzlerin, in dem sie die WM in Deutschland begrüßt. Was mir allerdings nicht gefiel, waren der Einsatz von Stimme und Mimik: Ich hatte den Eindruck, Angela Merkel würde den Text lediglich ablesen, recht monoton spricht sie mit ihren Zuschauern und ihr Gesicht bleibt ausdruckslos. Angesprochen fühlte ich mich nicht. Eigentlich schade, denn so ein Video-Podcast bietet die gleichen Chancen wie das Fernsehen und auch Podcasts generell haben ein hohes Potential, die Zuhörer anzusprechen und zu informieren.

Besonders wichtig beim Podcasting ist die Stimme, denn mit ihr werden Inhalte direkt vermittelt. Umso wichtiger ist es, die Bedeutung des Inhalts mit der Stimme weiterzugeben. Unterschiedliche Stimmhöhen, Geschwindigkeit und Deutlichkeit setzen Akzente. Da man beim regulären Podcasting, im Gegensatz zu Video-Podcasts, nicht auf Mimik oder Gesten zurückgreifen kann, ist die Stimme umso wichtiger.

Aber einen Podcast aufzunehmen ist keine natürliche Gesprächssituation. Noch dazu ist es entscheidend, für welche Hörer der Podcast bestimmt ist. Ein Podcast kann sich also mit alltäglichen Geschehnissen oder „seriöseren“ Inhalten, z.B. Nachrichten zu einem bestimmten Thema oder Informationen für Unternehmen, beschäftigen.

Für all diese Bereiche muss die Stimme aber die Leistung vollbringen, den Inhalt zu vermitteln, ohne dass die Zuhörer nach 2 Minuten eingeschlafen sind oder vor lauter gutgemeinter Betonungen Wichtiges von Unwichtigem nicht unterscheiden können. Die Stimme muss also trainiert werden.

Ich werde im nächsten Artikel einige Übungen des Stimm- und Sprechrainings zusammenstellen, die man auch ohne optische Anleitung (wie in einem Sprechtraining sonst üblich) ausführen kann, um die eigene Stimme zu schulen. Die Übungen sollen aber nicht nur für Podcaster interessant sein, sondern jedem die Möglichkeit bieten, mehr aus seiner Stimme zu machen.

Die Artikelserie zum Stimm- und Sprechtraining:

  1. Stimmübungen – Teil 1: Lockerungs- und erste Stimmübungen
  2. Stimmübungen – Teil 2: Sprechübungen
  3. Sprechtraining – Teil 3: Angewandtes Sprechen
  4. Sprechtraining – Teil 4: Ausspracheregeln
  5. Warum ist unsere Stimme so wichtig?
  6. Auch die Stimme muss gepflegt werden

Abgelegt unter: Journal Tags: ,

6 Antworten auf Podcast und Stimme

  1. macx schreibt:

    Dann mal her damit! ;-)

  2. Björn schreibt:

    Die Serie kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich habe vor das ein oder andere Mal vertont in Erscheinung zu treten. Wo sag ich aber noch nicht ;-)

  3. Manuela schreibt:

    Liebe Nadja, vielen Dank deine Mühe! Eine tolle Serie.

  4. Nadja schreibt:

    Danke für das Lob, irgendwann muss sich das Studium ja mal bezahlt machen ;-)

    Und ich muss noch einmal anmerken: Diese Serie kann nur als Einstieg in dieses Thema gesehen werden. Wer aber professionell sprechen möchte, der ist bei einem Sprechtrainer am besten aufgehoben. Auch Universitäten und andere Einrichtungen bieten Stimm- und Rhetoriktrainings, die in einem bezahlbaren Rahmen bleiben.

  5. macx schreibt:

    Ich mache mich schlau, wer das hier in Hannover macht. Da ich den Podcast Technikwürze auf Dauer machen möchte, kann ein Training für eine bessere Vermittlung der Inhalte wahrlich nicht schaden.

  6. Tim schreibt:

    Hallo Nadja,

    kommt mir irgendwie bekannt vor dass Ganze, da meine Freundin Logopädin ist und mich immer leicht tadelt wenn ich mich räuspere (und nicht huste) oder beim telefonieren irgendwelche Wörter (ähhhm oder ja,ja…ja!) wiederhole.

    Nichtsdestotrotz sächsel ich immer noch vor mir hin wie mir die Chemnitzer Schnauze gewachsen ist, was einen Podcast wohl grundsätzlich verbietet.
    Für alle anderen Podcastwilligen die das Hochdeutsche beherrschen sei nur gesagt: wirklich ein super Beitrag!

    In diesem Sinne…mjalm, mjolm, mjulm, mjaum, mjum….Grüße Tim.